Artikel-Schlagworte: „Kindgerechter Garten“
Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen heute einen besonderen “Leckerbissen” hier bei www.rutsche-und-schaukel.de bieten kann – ein exklusives Interview mit einem der bekanntesten Naturgartenplaner Deutschlands über naturnahe und kindgerechte Gärten. Ich hoffe, Sie finden hier viele Anregungen für Ihren eigenen Garten…
Dr. Reinhard Witt ist ein freischaffender Biologe, Journalist und naturnaher Grünplaner, der sich seit über 20 Jahren intensiv mit dem Thema naturnahe Gartengestaltung beschäftigt. Er leitet einen geprüften Fachbetrieb für naturnahe Grünplanung. Dr. Witt ist Autor zahlreicher Bücher zum Thema “naturnahe Gartengestaltung”. Sein neuestes Buch, “Naturnahe Rosen”, wurde mit dem Gartenbuchpreis 2010 ausgezeichnet.
Mehr Informationen über seine Veröffentlichungen und über naturnahe Gartenplanung finden Sie auf der Homepage von Dr. Reinhard Witt – Naturnaher Grünplaner.
Herr Dr. Witt, was kennzeichnet eigentlich einen Naturgarten, und warum ist es für eine Familie mit Kindern besonders empfehlenswert, einen Naturgarten anzulegen?
Schwerpunkt sind heimische Pflanzen, viele verschiedene Lebensräume, verschiedenste Standorte, insgesamt große Vielfalt, Materialien aus der Region, dazu eine steuernde und nich behindernde Pflege. Naturnahe Gärten nach unserem Bioland-Standard der “Fachbetriebe für naturnahes Grün – empfohlen von Bioland” haben biologische Stauden und Gehölze und dürfen z.B. keine Natursteine aus Übersee (Kinderarbeit), PVC-Folien (Gift) oder imprägniertes Holz (Gift) haben. Für Kinder sind Naturgärten als unglaublich reicher Erfahrungs- und Erlebnisraum von essentieller Bedeutung.
Bringt ein Naturgarten nicht auch Gefahren für spielende Kinder mit sich, z.B. durch Giftpflanzen oder Dornen?
Es ist sogar notwendig, dass Kinder damit aufwachsen lernen. Das schult sie und stärkt ihre Entwicklung. Davon abgesehen kann man Krabbelkinder nicht einfach so in der Garten lassen, sie brauchen sowieso eine Betreuung. Das Thema Giftpflanzen wird oft hysterisiert. Nur wenige Pflanzen wie etwa Seidelbast sind wirklich giftig, der Rest ist eher ungenießbar und schmeckt auch überhaupt nicht.
Welche Elemente können Sie für einen Naturgarten besonders empfehlen, der für Kinder attraktiv sein soll?
Verstecke aus robusten heimischen Büsche, an denen auch mal ein Ast abgebrochen werden darf, dann Kletterbäume, etwas zum Bauen und Verändern, Sand, Wasser, Matsche, Kies. Und natürlich Wildblumen, Blumen, Blumen….denn nur so kommen auch heimische Tiere zum Erleben.
Und zuletzt: Mit genügend Geld und Platz kann jeder einen tollen Garten anlegen. Was würden Sie aber einer Familie mit beschränktem Budget raten, die einen kleinen Reihenhausgarten naturnah und trotzdem kindgerecht anlegen will?
Man kann ganz einfach und kostengünstig naturnah werden: Wasser aus der Dachrinne in den Garten leiten in ein Kies- oder Sandbeet, drumherum ein paar Findlinge und Baumstämme, fertig ist das Spielparadies. Als Hecke aber mal keine Thuja, sondern heimische Büsche, in die vielleicht noch eine wunderschöne Wildblumensaat kommt. Mehr dazu auf meiner Webseite oder auf der des Naturgarten e.V. Das alles kostet bei Eigeninitiative nicht mehr als € 500,–.
Herr Dr. Witt, ich danke Ihnen sehr herzlich für das Interview und die vielen Ideen für einen naturnahen Garten für Kinder!
P.S.: Reinhard Witt betreibt auf seiner Homepage einen Online-Buchshop, in dem einige seiner Bücher erhältlich sind – darunter auch manche, die im Buchhandel bereits vergriffen sind. Klicken Sie einfach auf eins der abgebildeten Buchcover und stöbern Sie ein bisschen…
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Bestimmt gibt es auch in Ihrem Garten solch ein Eckchen: schattig oder halbschattig, nicht groß genug, um richtig etwas draus zu machen, aber auch zu schade, um dort nichts zu pflanzen…

Machen Sie doch Ihren Kindern eine Freude und pflanzen Sie (vielleicht gemeinsam?) dort Walderdbeeren!
Walderdbeeren sind die unkom-pliziertesten Erdbeerpflanzen, die ich kenne. Da sie (wie der Name schon sagt) ursprünglich im Wald wuchsen, verträgt eine Walderdbeere problemlos auch schattige oder halbschattige Plätze. Allerdings habe ich auch schon Walderdbeerpflanzen gesehen, die in praller Sonne prächtig gedeihen…
Außerdem sind sie sehr wüchsig. Man könnte auch sagen: Sie breiten sich vielleicht schneller aus, als Ihnen lieb ist…
(Auf dem Foto sehen Sie, wie unsere Walderdbeeren ihre Ausläufer ganz unauffällig zwischen die Nelken schieben.)
Trotzdem ist eine Walderdbeere allemal leichter in ihren Grenzen zu halten als manche andere Gartenpflanze.
Und das beste Argument sind natürlich die Früchte, die einen sehr intensiven Erdbeergeschmack haben. Die meisten Kinder lieben Erdbeeren, und die kleinen Walderdbeeren sind genau eine mundgerechte Portion. Das man sie mit dem elterlichen Segen direkt vom Stock in den Mund stecken darf, kommt da gerade recht. Und da die Pflege relativ unkompliziert ist, können Sie das Walderdbeer-Gärtchen getrost den jungen Gärtnern überlassen…
Bevor Sie sich im nächsten Gartenmarkt nach Erdbeerpflanzen umsehen, fragen Sie doch in der Nachbarschaft oder bei Verwandten. Walderdbeeren bilden so viele Ausläufer, dass es kein Problem sein dürfte, von jemandem ein paar kleine Pflanzen zu bekommen.
Unsere eigenen Walderdbeeren haben wir übrigens im letzten Jahr genau so bekommen: als kleine Pflänzchen, die an ihrer ursprünglichen Stelle übrig waren. Da wir sie damals nicht direkt gebrauchen konnten, haben wir sie in einer unbenutzten Gartenecke in die Erde gedrückt, einmal gegossen und gehofft, dass sie anwachsen…
(Diese Gartenecke ist übrigens trocken, sonnig und hat nicht gerade das, was man als guten Gartenboden bezeichnen würde…)
In diesem Jahr wollten wir dann in eine halbschattige Trockenmauer Erdbeerpflanzen setzen. An ihrem “Überwinterungsplatz” hatten die Pflänzchen vom letzten Jahr inzwischen munter ausgetrieben — wir konnten gar nicht alle jungen Pflanzen an der neuen Stelle unterbringen. Ich nehme also mal an, dass die Walderdbeeren auch den ursprünglich nur vorläufigen Platz in Beschlag nehmen werden…
Das Umsetzen hat auch in diesem Frühjahr gut geklappt. Alle Pflänzchen sind angewachsen, treiben, blühen und tragen die ersten Früchte. Schade ist nur, dass auch unsere Schnecken die leckeren Erdbeeren entdeckt haben…
Wenn Sie also ein kleines Stück Garten “übrig” haben, dann machen Sie doch Ihren Kindern mit ein paar Walderdbeeren eine Freude…
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Mein absolutes Lieblings-Gartenbuch ist “Kinder und Gärten” von Anneliese Kompatscher und Christiane Widmayr. Wenn Sie Kinder und einen Garten haben, ist dieses Buch ein absolutes Muss!
Die Autorinnen verstehen es auf unnachahmliche Art, Begeisterung für einen kindgerechten Garten zu wecken und gleichzeitig ein Stück Erinnerung an die eigene Kinderzeit zurückzubringen.
Das reich bebilderte Buch regt dazu an, sofort einzelne Ideen umzusetzen und sich gleich an die erste Gartenecke zu machen. Dabei sind keine Pläne nach Schema F enthalten, sondern Sie erhalten beim Lesen viele Anregungen und Ideen – ein Buch für Phantasie, Herz und Gemüt.
Und natürlich ein Buch für die ganze Familie. Zum gemeinsam Blättern, für ältere Kinder als Anregung für den “Garten-Wunschzettel”, und schon für die Kleinsten zum eigenen Blättern geeignet wegen der vielen schönen Fotos.
Dieses Gartenbuch nehme ich immer wieder gern zur Hand, und jedes Mal bekomme ich neue Ideen und entdecke etwas Neues darin. Und auch die Kinder blättern gern darin. Dumm ist nur, dass sie danach immer mit so vielen Plänen und Ideen vor uns stehen…
Behandelt werden unter anderem die Planung und Anlage Ihres Gartens, Verstecke und kindgerechte Bereiche, Tiere, Wasser im Garten, Sand und Matsch, Spielgeräte und Rasen, Planungsbeispiele und Kinderbeete. Zudem gibt es einen großen Teil mit Garten- und Spielideen für die verschiedenen Jahreszeiten. Damit Sie nie mehr vor einer Meute gelangweilter Kinder stehen…
Mit 9,95 Euro (Stand: 13.12.2009) für 142 reich bebilderte Seiten ist das Buch im Vergleich mit anderen Büchern fast unverschämt billig. Es eignet sich damit nicht nur für fast jede Haushaltskasse, sondern auch als kleines Geschenk oder Mitbringsel für Familien mit Garten. Vielleicht brauchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk? Oder Sie suchen ein Geschenk zum Einzug für die neuen Nachbarn? Dann nehmen Sie doch einfach “Kinder und Gärten”…
Die Nachteile dieses Buches? Viele fallen mir wirklich nicht ein… Eigentlich nur, dass Sie die nächsten Abende beschäftigt sein werden…
Für wen dieses Buch geeignet ist: Für alle, die auch mal gerne Kind waren. Für die, die sich anregen lassen, und auch mal etwas Ungewöhnliches ausprobieren. Für diejenigen, die nicht nur Spielgeräte von der Stange brauchen, sondern auch bereit sind zu improvisieren…
Für wen dieses Buch nicht geeignet ist: Für alle, die gerne gelangweilte Kinder unter einem aufgeräumten Kletterturm auf einem kurz gemähten Stück Rasen sehen. Und für diejenigen, die Anleitungen suchen, wie man Tontöpfchen bunt bemalt. Sie finden in “Kinder und Gärten” zwar auch Bastel- und Bauideen, aber der Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig woanders. Für kleine Bastelideen sind andere Bücher besser geeignet.
Meine Bewertung: Unbedingt kaufen, mit diesem Buch machen Sie nichts falsch (vor allem wenn man den Preis bedenkt)!


